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Not your bag – Evertag?!

Wer gerne viel reist und unterwegs ist, sollte das nie wieder ohne dieses Gadget tun – nie mehr ohne meinen Evertag!


Evertag – dein digitaler Kofferanhänger : digital – datensicher – nachhaltig

Dein Name und deine Adresse sind für andere nicht mehr sichtbar an deinem Koffer.

Wie geht das?
Du registrierst dich mit deinem Smartphone/Rechner auf der Evertag-Seite. Gibst deine Daten ein – Heimatadresse und Reiseziel. Du reist immer wieder an den gleichen Ort? Dann speicherst du den ganz einfach unter deinen Top-Adressen. Innerhalb von wenigen Sekunden, änderst du in Echtzeit deine Daten.
Dein Koffer ist abhanden gekommen? Kein Problem, der QR-Code wird vom Finder gescannt und dein Koffer findet wieder zu dir zurück.

Und hier kannst du deinen Evertag kaufen!

Du willst mehr erfahren, dann schau hier vorbei:
www.ever-tag.de/

Schöne Reise!



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Veröffentlicht in Selbstversuche

Selbstgemachtes Shampoo

Du hast keine Lust mehr auf herkömmliche Shampoos, weil sie das Haar am Ende doch schädigen mit all den chemischen Inhaltsstoffen? Dann kannst du dir innerhalb von wenigen Minuten ein kostengünstiges und natürliches Shampoo selber herstellen. Du brauchst nicht viel dazu…

Selbstgemachtes Shampoo aus Olivenseife mit Rosmarin und Thmyian
Selbstgemachtes Shampoo aus Olivenseife mit Rosmarin und Thmyian

Rezept Shampoo

250ml destilliertes Wasser aufkochen (wenn du in einer Gegend mit kalkarmen Leitungswasser lebst, dann kannst du auch das nutzen)
15g reine Oliven- oder Kernseife (wichtig: hier sollten keine künstlichen Zusatzstoffe enthalten sein
5 Tropfen Rosmarinöl (100% reines Naturaroma)
5 Tropfen Thymianöl (100% reines Naturaroma)
Oder Öle nach deinem Geschmack

Seife mit einer Küchenreibe klein raspeln und ins aufgekochte Wasser geben. Mit einem Schneebesen so lange verrühren bis sich alles aufgelöst hat, Öle hinzugeben. Abkühlen lassen und in eine Flasche deiner Wahl füllen. Meist hat das Shampoo so nach zwei bis drei Tagen seine Konsistenz erhalten.

Veröffentlicht in Küchenwerke

Glutenfreies Foodporn-Weekend – Quiche Lorraine, rotes Linsen-Hummus und Tiramisu

Nachdem die gluten- und eifreie Apfelstrudel-Bäckerei nun schon auf Hochtouren lief, traute ich mich an glutenfreien Pizzateig, gluten- und eifreies Hühnerfrikassee etc. und dieses Wochenende an eine gluten- und eifreie Quiche Lorraine, ein rotes Linsen-Humus und ein eifreies Tiramisu. Völlerei gehört zu Recht zu einer der sieben Todsünden 🙂

Rezept Quiche

Teig
220g Schär Mix B – glutenfreies Mehl
1 TL gemahlene Flohsamenschalen
100g Butter
2 Päckchen Eiersatz oder jeweilige Pulver-Menge, um 2 Eier Größe M zu ersetzen
Salz


Füllung
250g Speck/Schinkenspeck
50g Kochschinken (wer mag ergänzt den zusätzlich)
1 Stange Lauch oder wer es lieber mag zwei Zwiebeln oder gar beides
3 Päckchen Eiersatz oder jeweilige Menge, um 3 Eier Größe M zu ersetzen
200ml Sahne
150 – 200g geriebener Käse
Pfeffer und Salz

Alle Teigzutaten zusammen verarbeiten, entweder mit den Händen zu einem glatten Teig verarbeiten oder aber mit der Küchenmaschine.
Teig zu einer Kugel rollen, platt drücken und in Frischhaltefolie gewickelt in den Kühlschrank legen (mindestens 30 Minuten).
Spring- oder Quicheform mit Butter einfetten. Teig ausrollen und Form damit auslegen. Wenn Teig überbleibt, den entweder im Kühlschrank aufbewahren, hält dort bis zu zwei Wochen, oder aber einfrieren.

Speck anbraten. Aus der Pfanne nehmen. Lauch/Zwiebeln andünsten. Speck noch einmal kurz hinzugeben. Dann die Speck-Lauch-Masse in einer Schüssel mit der Sahne, dem Käse, den Eiern oder dem Eiersatz vermengen und Pfeffer und Salz hinzugeben. Alles in die Form geben, bei Bedarf noch etwas Käse drüber streuen.

In den auf 200 Grad vorgeheizten Backofen schieben und für etwa 30 – 40 Minuten backen. Zum Ende der Backzeit Ofen ausschalten und Quiche noch etwa 5 – 10 Minuten ruhen lassen, so erhaltet ihr eine festere und gut schneidbare Masse.


Leider ist eine Quiche nicht allzu fotogen 🙂

Glutenfreie Quiche Lorraine
Glutenfreie Quiche Lorraine

Rezept rotes Linsen-Hummus

200g rote Linsen
Kreuzkümmelsamen (oder gemahlener Kreuzkümmel)
1 Knoblauchzehe
5 EL Sesampaste/Tahini
Salz/Pfeffer
Zitronensaft nach Geschmack
Olivenöl

Linsen für ca. 15 Minuten weichkochen. In der Zwischenzeit den Kreuzkümmel kurz in einer Pfanne ohne Fett rösten und danach in einem Mörser zerstoßen. Knoblauch hacken oder in einer Presse zerdrücken.
Linsen abgießen und mit Kreuzkümmel, Knobi, Sesampaste, Salz/Pfeffer und Zitronensaft in ein hohes Gefäß geben und mit dem Schneidstab pürieren. Öl untermischen und dann das Linsen-Hummus in eine Schüssel geben und mit Öl beträufeln (ca. 1 EL).

Guten Appetit

Rotes Linsen-Hummus
Rotes Linsen-Hummus


Veröffentlicht in Selbstversuche

Analog die Zukunft planen und erinnern mit dem Bullet Journal

So sehr ich ein Freund der Digitalisierung bin, so sehr liebe ich auch Papier. Und das vor allem dann, wenn es darum geht, meine Zukunft zu planen oder Geschehenes festzuhalten. Selbst in der Arbeit bin ich so old school unterwegs, dass ich auf meinem Schreibtisch immer einen Wochen-Klappkalender liegen haben muss…

Papier und Stift zwingen mich irgendwie dazu mich mehr zu fokussieren, die Gedanken beisammen zu halten und nicht zuletzt fühlt sich etwas mit Tinte Geschriebenes für mich unwiderruflicher an. Mit einer Tatstaur ist man schneller dazu verleitet etwas in die Tasten zu hacken und dann einfach wieder zu löschen.

Nie wurde meinen Wünschen in der Vergangenheit ein Kalender jedoch gerecht, denn nur eine Wochen- oder Tagesübersicht reicht mir nicht, um mich, meine Gedanken, mein Leben und meine Ideen zu strukturieren. Irgendwie fehlte hier immer der Platz für weitere Aufzeichnungen und ich musste neben einem Kalender verschiedene Kladden nutzen, weil ich nie ein vorgefertigtes Kaufprodukt aufgetan habe.

Vor Kurzem stieß ich auf das Bullet Journal, welches in seiner ursprünglichen Form von dem Designer Ryder Carroll ausgearbeitet wurde. Er hat 20 Jahre an seiner Version gefeilt, die nun für ihn und viele andere Nutzer praktisch ein codiertes Agendasystem darstellt, mit dem man sich und seine Vorhaben ordnet und strukturiert. Hierzu gibt es zig Möglichkeiten der Gestaltung. Ehrlich gesagt habe ich mich mit der Ausgangsversion gar nicht so beschäftigt, da mir schon der Anstoß reichte. Wer hier tiefer einsteigen will, der befrage einfach die hiesige Suchmaschine.

Was das unglaublich Tolle an diesem Journal für mich ist:

  • Es gibt keine Vorgaben und keine Limitierungen
  • Du startest mit einem leeren Notizbuch und gestaltest es dir nach deinen Vorstellungen, mittlerweile bekommst du von Leuchtturm etc. bereits Bullet Journals, die über einige Formatierungen verfügen
  • Alle Themen, die dir im Laufe eines Jahres wichtig sind oder in den Sinn kommen, finden hier Platz
  • Ich nutze es als Kalender, Future Log, Essensplaner für die Woche, Spar-Vorhaben, Wunschliste, Dankbarkeits-Erinnerungen, Tracker für verschiedene tägliche Routinen, Übersicht von Filmen/Serien, die ich schauen möchte und noch vieles vieles mehr
  • Um den Überlick nicht zu verlieren sollte auf jeden Fall am Anfang ein Kontingent an Seiten für ein Inhaltsverzeichnis frei gehalten werden

Früher brauchte ich gefühlt für jedes Thema eine eigene Kladde.

Am Anfang machten mir die weißen Seiten ein wenig Angst, weil ich weder über ein tolles und besonderes Schriftbild verfüge und schon gar nicht zeichnen oder malen kann. Aber darauf kommt es auch nicht an, denn du machst es nur für dich und nicht für die Welt da draußen. Und am Ende des Tages zählt nur, dass du dich darin wiederfindest.

Wer mehr zu dem Thema erfahren möchte, kann mir auch gerne schreiben.

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Glutenfreie Back-Challenge – Apfelstrudel und Brot

Mein Lieblingsplatz in der Wohnung ist die Küche – zumindest dann, wenn es ums Kochen geht, ganz sicher aber nicht, wenn ich backen soll. Backen = Stress und ungeahnte Desaster wie z.B. den Kuchen trotz Timer im Backofen vergessen. Was mir mit einem Stück Fleisch wohl nie passieren würde 🙂

Nun wurde ich vor eine besondere Back-Challenge gestellt: glutenfreies Backen. Zum einen derzeit für mich aus gesundheitlichen Aspekten ratsam und zum anderen wurde der Wunsch von meinem Herzensmensch an mich herangetragen (Zöliakie-Opfer). Panik im Blick, schweißnasse Hände und dermaßen planlos, willigte ich dennoch ein. Als erstes versuchte ich mich an einem glutenfreien Hanfbrot. Easy. Okay, es war auch eine fertige Backmischung 🙂 Was für ein Unterschied, wenn man das Ergebnis mit industriell verarbeiteten Produkten vergleicht. Und die leuchtenden Augen dazu – unbezahlbar.

Glutenfreies Hanfbrot

Jetzt war mein Ehrgeiz gepackt und ich wollte es selber wissen. Passend zum Wetter und weil der Herzensmensch seit Ewigkeiten keine Art von Kuchen mehr hatte, wollte ich meinen Backfavoriten zaubern – einen Apfelstrudel, in dem Fall halt glutenfrei. Und da eine Hürde nicht reicht, muss er noch dazu Ei- und Milch-frei sein…

Kann ja nicht so schwer sein, so mein erster Gedanke. Ersetze ich halt das Weizenmehl durch ein glutenfreies Mehl und das Ei durch Eiersatz. Gesagt getan. Schon beim Verrühren des Teiges ahnte ich, dass es nichts wird. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, also ruhte der Teig 30 Minuten, bevor er weiter verarbeitet wurde. Und dann zeichnete sich das Desaster ab – er bröckelte, er riss. Ich ließ mich dennoch nicht abbringen und hoffte auf ein Wunder im Backofen. Keine Chance! Der Teig riss komplett auf, die Füllung verteilte sich auf dem Blech. Einzig mein Nervenzusammenbruch nahm Formen an…

Mehl ist halt nicht gleich Mehl – Learning eins.
Eiersatz ist nicht gleich Ei – Learning zwei.
Jetzt wollte ich es wissen, das Internet wurde durchforstet, die Mutter befragt, der Verstand eingesetzt. Es war ein wenig wie früher im Chemieunterricht 🙂

Und ja, es gibt eine Lösung für einen glutenfreien Apfelstrudel!
Und nein, er schmeckt nicht wie eine Notlösung!

Glutenfreier Apfelstrudel


GLUTENFREIER APFELSTRUDEL (OHNE EI)

Teigzutaten:
300g Mehl von Schär Mix B/Brot-Mix (Gibt es in jedem gut sortierten Supermarkt und ebenso bei DM)
1 Ei (Größe M) oder eben Eiersatz anrühren
1 Prise Salz
zwei gute Esslöffel Öl (z.B. Sonnenblumenöl)
einen Schuss Essig (Weißweinessig/weißer Balsamico)
180ml lauwarmes Wasser
10g Flohsamenschalenpulver (hier habe ich einfach meine Flohsamenschalen geschräddert, kann man aber auch feiner fertig kaufen)

zerlassene Butter zum Bestreichen

Alle Zutaten vermengen und daraus eine Kugel formen. Diese mit etwas Öl bestreichen, in Folie wickeln und 30 Minuten ruhen lassen.
Teig ausrollen, am besten auf einem gemusterten Küchenhandtuch, bis das Handtuch durchscheint.
Den ausgerollten Teig mit zerlassener Butter bestreichen.

Füllung:
750 – 1.000g säuerliche Äpfel (klein geschnitten)
150g Walnüsse (zerkleinert)
100g Zucker
4 Päckchen Vanillinzucker
45g Haferflocken (glutenfrei)
75g Sauerrahm
75g Sahne
1 – 2 Tl Zimt
ein paar gute Spritzer Zitronensaft
(wer will und nicht darauf verzichten kann, erweitert beliebig wie z.B. um Rosinen, Mandeln etc., dann sollte man aber die Apfelmenge etwas reduzieren)

Alles vermengen (Küchenmaschine oder händisch).
Die Masse auf den mit Butter bestrichenen Teig geben, dabei ca. 3 Zentimeter ringsrum freilassen. Teig dort umklappen und dann mit Hilfe des Handtuches der Länge nach einrollen. Alles mit Butter bestreichen und in den auf 180 Grad vorgeheizten Backofen geben. Je nach Backofen und Hitze für ca. 50 Minuten drinlassen und immer wieder mit Butter bestreichen.

Wer lieber zwei Apfelstrudel möchte (lässt sich auch wunderbar einfrieren), teilt vorab die Teigkugel in zwei Hälften.

Sahne anrühren mit einem Päckchen Vanillinzucker (wer kein glutenfreies Sahnesteif hat, nimmt einen Spritzer Zitrone zum Verrühren) – Fertig.

Viel Spaß beim Genießen!

P.S. Die zwei nächsten Herausforderungen stehen auch schon fest – glutenfreier Pizzateig und gluten-milch-eifreie Vanilleplunder (letztere versetzen mich schon jetzt in Angst und Schrecken)

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Tel Aviv, die Stadt, die Trends setzt und das heimliche Berlin sein mag…

Im ersten Moment hatte ich mir diese israelische Stadt irgendwie schillernder und pompöser vorgestellt als sie dann letztendlich daher kam. Ich erwartete eine laute, grelle, schillernde und blinkende Stadt. Dem war nicht so. Tel Aviv flashte erst beim zweiten Hinsehen. 

Die Stadt hat unheimlich viel zu bieten und kulturell, musikalisch, essenstechnisch etc. sollte hier jeder zufriedenzustellen sein.
Wie wir Tel Aviv kennenlernten, lässt sich mit einzelnen Begrifflichkeiten wohl am besten zusammenfassen.

#großartiges Essen (als Schmelztiegel verschiedener Kulturen, muss hier wahrlich keiner verhungern und wird immer was finden) 

#teuer, zum Teil sehr teuer (ein Schwarma kann mal schnell 12,- Euro kosten)
#Hunde (selten war ich in einem südlichen Land, in dem so viele Hunde und vor allem schöne Hunde besessen wurden)
#Nasenringe (ganz gleich ob Mann oder Frau, jung oder alt, gefühlt hatte jeder Dritte einen Nasenring)
#Tattoos (jeder zweite Tel Aviver ist tätowiert und ich muss sagen, mit vielen tollen und individuellen Tattoos)
#schöne Menschen/perfekte Körper (Sport steht an erster Stelle bei den Israelis und das sieht man auch)
#Sportkleidung (die Standard-Tageskleidung eines Tel Avivers ist Sportkleidung. Die wird anscheinend erst abends abgelegt zum Ausgehen)
#Ungenierter Sport immer und überall (joggend, stretchend, pumpend am Strand, Rad fahrend etc. – man fühlt sich sehr schlecht als normaler Mensch ;))
#Grasgeruch (es gab weder eine Uhrzeit, noch eine Ecke in der Stadt, in der es nicht ständig nach Gras gerochen hat. Muss recherchieren, ob es in Is­ra­el legalisiert ist)

#Kultur (auch wenn Tel Aviv erst 100 Jahre alt ist, so gibt es genug umliegende Gebiete wie z.B. Jaffa oder Jerusalem, die auf eine Jahrtausend alte Tradition zurückblicken und einiges zu bieten haben) 

#toller Strand (auch im Oktober noch perfektes Badewetter, an einem perfekten Strand)

Ich kann die Stadt/das Land nur jedem empfehlen. 
Nehmt nur genug Kleingeld mit und beachtet die Einreisebestimmungen 

Veröffentlicht in Lebenswertes und Schönes

Wie mich eine Reise wach rüttelte… 

Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals so nachdenklich aus einem Urlaub zurückgekommen zu sein…




Gemeinsam mit meiner Freundin sollte Is­ra­el, besser gesagt Tel Aviv, bereist werden. So viele Menschen hatten mir erzählt, wie toll es dort sein soll und dass ich mich sicher in die Stadt verlieben würde. Wie kann ich da widerstehen. Und nachdem Is­ra­el zu den Ländern gehört, die über eine gescheite Esskultur verfügen, Geschichte vorzuweisen haben und im Oktober sogar noch Badewetter ist, war der Plan schnell gefasst. 
Die Vorfreude auf die Reise war groß, zumal es der erste richtige Urlaub dieses Jahr für mich war. Ich machte mir zur Einreise etc. keine Gedanken, bis zu dem Tag als mich der Screenshot des Auswärtigen Amtes von meiner Freundin erreichte. 

Die Zeilen sagten ziemlich klar, dass ich bei der Einreise als Sicherheitsrisiko wahrgenommen werden könnte. Meine deutsche Staatsangehörigkeit, gepaart mit einem persischen Vornamen, war nicht gerne gesehen. Der Versuch beim israelischen Konsulat bzw. der Botschaft vorzusprechen, verlief ins Leere, da ich dort niemanden erreichen konnte. Somit „No risk no fun“, wäre ja auch nicht einer unserer Urlaube, wenn nicht ein wenig Nervenkitzel dabei ist. 

Einzige Vorkehrung, die ich treffen konnte: am Abreisetag mit massig Zeit im Flughafen sein. Drei Stunden vor Abflug trafen wir uns und wir haben so gut wie jede Minute gebraucht. Bevor das Gepäck abgefertigt wurde, sind wir einer 30 minütigen Befragung unterzogen worden. Die Freundin hatte zu viele Stempel aus Ägypten im Pass und ich war wegen des zweiten Vornamens und meines sauberen und bisher ungestempelten Passes auffällig. Ich wurde nacheinander von zwei Israelis befragt, immer wieder stellten sie die identischen Fragen. Obwohl wir uns noch auf deutschem Boden befanden, wurden die Befragungen auf englisch geführt… 
Nach einer gefühlten Ewigkeit bekamen wir unsere Pässe zurück – allerdings mit dem klaren Hinweis, wir müssten uns noch zu einem weiteren Securitycheck begeben und nicht gleich zum Gate gehen. Der Ausweis wurde mit einem roten Punkt und einem Zettel versehen.

Für den zweiten Check ließen sie uns eine weitere Ewigkeit vor einer verschlossenen Tür warten. Alle, die wir fragten, was nun passiert oder wann es weitergeht, zuckten nur mit den Schultern. 

Bis kurz vor Abflug blieb die Tür verschlossen. Als sie sich öffnete, wurden wir und unser Handgepäck noch einmal speziell auf Sprengstoff untersucht. 

Die Einreise vor Ort, stellte sich als problemlos dar. Drei Fragen und wir waren drinnen.
Meiner Unbedarftheit wurde beim Rückflug wieder ein kleiner Dämpfer verpasst. Ähnlich wie in Berlin wurden uns unzählige Fragen gestellt, in Computern nach weiteren Informationen zu mir gesucht. Meinem Ausweis wurde ein gesonderter Zettel beigelegt und wir erhielten einen besonderen Escortservice zur Gepäckabgabe. Unser Ausweis wurde mit Aufkleber versehen, auf dem eine Nummer stand – unsere startete mit der 6. 

Die 6 steht für das höchste Sicherheitsrisiko. Somit ging unsere Sonderbehandlung bis zum Gate weiter. Für uns gab es eine spezielle Security-Lane, das gesamte Handgepäck wurde auf Sprengstoff untersucht und wir durften Nacktscanner etc. durchlaufen.
Bei beiden Malen, wurden natürlich auch unsere Koffer akribisch durchsucht. 
Zum ersten Mal in meinem Leben, habe ich mich diskriminiert und verurteilt gefühlt, aufgrund einer Tatsache, für die ich nicht einmal etwas kann. Ein zweiter Vorname – Azadeh, was auf deutsch Freidenkerin heißt, hat mich stigmatisiert. 
Ich wurde als potenzielle Gefahr für ein Land angesehen.
Diese gesamte Erfahrung regt mich zumindest insofern zum Nachdenken an, da ich sicherlich auch immer wieder, aufgrund von Kleinigkeiten, Menschen stigmatisiere und in Schubladen stecke. Kein feiner Zug, denn ich bin mir sicher, auch sie können in den meisten Fällen nichts dafür, dass mich an ihnen etwas stört. 
Und dennoch ist Tel Aviv eine Reise wert, einfach nicht aus der Ruhe bringen lassen und dann wird man belohnt. Wer mehr wissen will, hier entlang