Zwei Nächte in Bangkok oder die Faszination der Ladyboys

Mein zweites Mal Bangkok und die Stadt zieht mich nach wie vor in ihren Bann. Auch dieses Mal fasziniert sie mich und lässt mich mit offenem Mund und großen Augen durch die Straßen ziehen. Irgendwie fühlt man sich dort auch als echte Großstadtpflanze ganz klein und manchmal auch ein wenig überfordert.
Diese Stadt ist voller Gegensätze. Reich und arm Leben hier Tür an Tür. Zwischendrin befinden sich die kleinen Buddhatempel oder aber auch die großen, die immer wieder von Einheimischen mit Gaben übersät werden und die Stadt ein wenig bunter machen.
Keine Ahnung wie viele Menschen hier leben, aber ich schätze samt Dunkelziffer wird man hier auf 13 – 15 Millionen kommen. Und trotz dieser Bevölkerungsdichte ist diese Stadt in weiten Teilen so sauber, dass man fast vom Boden essen kann. Wir trafen auf kleine alte Frauen, die dafür zuständig waren, die U-Bahnaufgänge sauber zuhalten. Da putzt eine 1,40 m große Frau die Verkleidung des U-Bahnaufganges…
Berlin, du solltest dir eine Scheibe davon abschneiden.

Faszination Ladyboys

Was mich jedoch noch mehr in den Bann gezogen hat, sind die Ladyboys. Es scheint fast so, als würde die Hälfte der Thais als Ladyboy zur Welt gekommen sein. Ich weiß nicht, ob es sich wirklich umso viel mehr Transsexuelle als in anderen Ländern handelt, aber irgendwie sehe ich sie hier bewusster. Irgendwann habe ich mich dabei ertappt, dass ich alle „Frauen“ anschaute, um herauszufinden, ob sie Männlein oder Weiblein sind.
Unglaublich beeindruckend ist, mit welcher Hingabe und Perfektion sie ihrem Aussehen nachgehen und sich als Frau aufhübschen. Mir würde es wahrscheinlich gut tun, mich einmal einen Tag mit einem Kathoeye zu umgeben und all die Geheimnisse einer Frau zu lernen.

Im ersten Moment macht es den Anschein, als würden sie ein akzeptiertes und willkommenes Leben in Thailand führen. Dem ist wohl aber nicht so. Irgendwie scheint das Land trotz der gepredigten Akzeptanz, die Augen vor dieser „Andersartigkeit“ zu verschließen. Es ist eine vorgegaukelte Toleranz à la „die Ladyboys sind willkommen, so lange wir nicht mit ihnen in Kontakt kommen“. Vielleicht hat das Land, das stark in Männerhand und regiert ist, auch nur Angst auf die „falschen Frauen“ reinzufallen und ihrer Schönheit und Vollkommenheit zu unterliegen…

Sightseeing-Action

U-Bahn oder Skytrain fahren klappt in Bangkok auch immer super und wie selbstverständlich. Spannender wird es dann, wenn man mit seinem Touri-Stadtplan ohne Maßstab wieder auf der Straße steht und meint, die kleine Ecke kann man doch mal geschwind laufen. Wie gut, dass die Thais so sind wie sie sind, und uns Europäer vor langen Fußmärschen durch verbotene Zonen schützen. Irgendwie bin ich an einen äußerst netten und redseligen Thai gelangt, der uns den kompletten Stadtplan mit allen wichtigen Infos voll gemalt und geschrieben hat. Eigentlich wollte er auch gar kein Ende finden mit dem Aussprechen von Empfehlungen. Nachdem wir uns kurzerhand in seinen Monolog drängten, war klar, als erstes wird eine zwei stündige Bootstour gemacht. Der nette Mann rief uns noch ein Tuk Tuk, verhandelte fachmännisch den Preis und schickte uns auf den Weg. Oder irgendwie doch nicht, denn ein paar Infos musste er uns noch geben.

Das Tuk Tuk brachte uns in eine „ziemlich dunkle Ecke“ und nur der sich nähernde Geruch gab uns die Sicherheit, dass hier Wasser in der Nähe sein muss. Auch der Fahrer überschlug sich vor Freundlichkeit und begleitete uns durch die Gassen bis zur Kasse. Glücklich am Ziel angekommen, stellte sich heraus, wir haben nicht genug Bargeld dabei. Also nahm uns wieder ein Thai bei der Hand, brachte uns zum Automaten, kaufte dann noch mit uns Proviant für die Fahrt ein und setzte uns dann aufs Longtailboot. Wie gut, dass wir so komplizierte Gäste waren, denn so hatten wir die Jolle zuvor verpasst und eine ganz für uns alleine.
Jeder der Bangkok besucht, sollte sich die Stadt einmal vom Wasser aus anschauen. Die Fahrt dauert zwei Stunden und endet am Kings Palace.

Kings Palace

Bei meinem ersten Besuch hab ich diese Sehenswürdigkeit nicht geschafft, daher musste sie dieses Mal sein. Im Hotel wurden wir bereits vorgewarnt, dass Beine und Arme bedeckt sein müssen. Aber wer will bei 90% Luftfeuchtigkeit und über 30 Grad mit den Klamotten am Körper oder in der Tasche herumlaufen? Außerdem gibt es überall ein nettes Thai-Touri-Outfit zu kaufen. So dann auch getan. Eine bequeme und leichte Hose musste für uns zwei her. Gegenüber im Laden vom Kings Palace freut man sich schließlich auch über solche Touris wie uns. Die Wahl war schnell getroffen und die Style-Polizei zum Glück nicht in Sichtweite. Ohne Umkleide mal schnell im Laden nackert gemacht und das neue Beinkleid übergeworfen und ab zur Besichtigung.

Was für ein Wanhsinnsteil dieser Kings Palace. Keine Ahnung wie lange es gedauert hat, ihn so aufzubauen und so zu verzieren. Nur eines ist sicher, es wird eine Ewigkeit gedauert und Unmengen an Geld verschlungen haben. Fast alles ist vergoldet und so dermaßen in die Höhe gebaut, dass man gar nicht weiß, was einen zuerst schwindelig macht.

Resümee: Also auch hier einmal bei einem Bangkok-Besuch vorbeischauen.

Essen in Bangkok

Verhungern muss man in Bangkok wirklich nicht. Egal zu welcher Uhrzeit man sich auf der Straße bewegt, überall stehen die kleinen Wagen mit Essen. Zugegeben, in den meisten Fällen war mir nicht klar, was dort angeboten wird. Wer also mutig ist und keine Angst vor Schärfe hat, wird dort immer fündig.

In einer Hintergasse sind wir in Bangkok auf ein ziemlich „abgerocktes“ Restaurant getroffen, welches gut mit Einheimischen gefüllt war. Ein gutes Zeichen, dass man hier auf traditionelles und landestypisches Essen trifft, das musste also ausprobiert werden.
Wir bekamen eine riesige Speisekarte vorgesetzt, was uns die Auswahl nicht leichter machte. Am liebsten hätte ich gesagt „Einmal alles“. Letztendlich hatten wir vier verschiedene Speisen auf dem Tisch stehen. Ich kann nicht sagen, welche mir am besten geschmeckt hat. Sie waren alle fantastisch, wenn sie mir auch oft schon zu scharf für meine Geschmacksknospen waren.

Hühnchen egal in welcher Art ist immer eine gute Wahl.
Und eines solltet ihr unbedingt kosten, den Papayasalat. Ein Traum aus wenigen Zutaten und doch so viel Geschmack.

Jetzt genug von der Großstadt und ab auf die erste Insel – Koh Lipe wir kommen!!!

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