خانه – Heimat (die andere, die in mir lebt)

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Seit 38 Jahren lebe ich nun mit dieser zweiten Heimat in mir – der persischen oder iranischen, wie immer man es nennen mag.  Ausgelebt und erlebt habe ich sie bis heute leider nicht wirklich. Das Land ist mir fremd, der Klang der Sprache zwar vertraut, aber außer einer kompletten Essensbestellung und ein paar Schimpfwörtern ist da ansonsten nur gähnende Leere. Dabei ist der Großteil meiner Familie iranischer Abstammung, nur ich wurde als Mischling dazwischen gemogelt. Ein Exot in den eigenen Reihen. 🙂

Das soll nun ein Ende haben. Ich will mich dieser anderen Heimat mehr nähern und wie geht das am besten? Man lernt als erstes die Sprache und reist dann in den Iran. Klar, ich kann auch ohne das Erlernen der Sprache dorthin, ich lerne für meine Thailand-Urlaube ja auch kein Thai. Aber für diese Erkundung des Landes, will ich wenigstens ein wenig gewappnet sein und mir ein paar Zeichen und Wörter angeeignet haben, es soll sich ja auch nach Heimat anfühlen. Ab Oktober drücke ich nun also einmal die Woche die Schulbank und werde mich mit einer völlig fremden Welt befassen. Wenn ich in meine Bücher schaue, könnte ich auch genau so gut einen Programmierkurs belegen… Aber ich mag nun endlich auch die Familie verstehen, wenn sie sich auf „unserer“ Sprache unterhalten und deshalb wage ich dieses Experiment. Ein wenig aufgeregt bin ich schon. Vokabeln und Grammatik lernen liegt schon einige Zeit zurück und es wird spannend sein, sich das wieder anzueignen.

Für jeden, der mich nun für total irre hält, weil ich in ein „so gefährliches Land will, in dem Frauen unterdrückt und Kinder entführt werden“, dem lege ich ein tolles Buch ans Herz – „Couchsurfing im Iran“ von Stephan Orth, es wird euch anderes Bild vermitteln. Lasst euch in das gastfreundschaftlichste Land entführen!

خداحافظ (sprich: khdahafez = Tschüss)

Azadeh

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