Ein Leben für einen Euro…

…oder der Kampf um die Spitzendeckchen!

Vor ein paar Wochen hat mein letzter Opa die Augen mit 93 zugemacht und hat uns ein Haus voller Dinge hinterlassen. Viele Dinge, die Erinnerungen wach rufen; einiges an Nippes; noch mehr alter Kram; Werkzeuge so weit das Auge reicht und jede Menge Tischdecken und Spitzendeckchen. Wohin damit? 
Ein Hausbazar muss her. Gesagt getan. Eine Annonce im örtlichen Käseblatt geschaltet und dann ab für ein Wochenende nach Celle.  

Samstag in der Früh soll es um zehn Uhr losgehen. Ganz gierige kommen schon am Freitag vorbei, weil sie die besten Dinge abstauben wollen. Samstag ab halb neun Uhr geht die Klingel dann unentwegt – Kaffee und Frühstück fallen somit aus.

   
 

Schränke werden aufgerissen, gewühlt, geraschelt, zur Seite gelegt, gehandelt und gekramt. Es wird keine Ecke ausgelassen, auch die Luke zum Dachboden wird inspiziert. Frauen wühlen sich durch unzählige Tischdecken und Spitzendeckchen. Wie kann es in einem Haushalt so viel Tischdeko geben, wenn man nur zwei Tische hat??? 

 
Noch während die Anfänge unseres Frühstücks auf dem Küchentisch stehen, kauft ihn uns einer ab. Die Mutter muss heut Abend ohne Bettzeug schlafen, da das auch einmal komplett bezogen weg ging. 

  
  

Nach und nach verkauft sich immer mehr und Schritt für Schritt verlässt ein Leben, eher eine ganze Familie ein Haus, in dem sie Jahrzehnte gelebt hat.
Zurück bleiben wir und immer noch jede Menge Spitzendeckchen. Aber es ist schön zu sehen, dass die Dinge weiterleben und andere Menschen Freude daran haben. 
Morgen am Sonntag dann noch einmal Hausbazar, ob da noch was geht???
Mir jedenfalls geht im Kopf herum, warum wir so viele Dinge anhorten, die wir dann ganz nach hinten in die Ecke im Schrank verkramen, um sie dann zu vergessen… Macht uns das glücklich? Das nächste verregnete Wochenende werde ich daheim zum Ausmisten nutzen und mich von ein paar Sachen verabschieden. 

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